Normalerweise hemmt das Protein einen wichtigen Signalweg der Zelle, die sogenannte Ras/ERK-MAP-Kinase-Kaskade. (Quelle: Thinkstock Bilder) Forscher haben herausgefunden, dass das Fehlen eines Proteins eine Zwangsstörung (OCD) auslösen kann, die zu sich wiederholenden ritualisierten Verhaltensweisen wie Hände- oder Körperwaschen immer wieder führen kann.
Wir konnten in Mausmodellen zeigen, dass allein das Fehlen des Proteins SPRED2 ein übermäßiges Putzverhalten auslösen kann, sagt Professor Kai Schuh vom Institut für Physiologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg in Bayern.
Schuh hält diesen Befund für entscheidend, da bisher kein eindeutiger Auslöser für diese Art von Störung identifiziert wurde.
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Frühere Forschungen haben darauf hingewiesen, dass mehrere Faktoren für die Entwicklung von Zwangsstörungen verantwortlich sind.
Das in allen Körperzellen vorkommende Protein SPRED2 kommt in besonders hohen Konzentrationen in Hirnregionen vor, nämlich in den Basalganglien und der Amygdala.
Normalerweise hemmt das Protein einen wichtigen Signalweg der Zelle, die sogenannte Ras/ERK-MAP-Kinase-Kaskade. Fehlt er, ist dieser Signalweg aktiver als sonst.
Die Ergebnisse könnten zu einer neuen Behandlung der Störung führen, die durch anhaltende aufdringliche Gedanken gekennzeichnet ist.
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Wie Depressionen, Essstörungen und andere psychische Erkrankungen wird OCD mit Antidepressiva behandelt.
Allerdings sind die Medikamente unspezifisch, also nicht auf die jeweilige Erkrankung zugeschnitten.
Daher haben Wissenschaftler nach neuen und gezielteren Therapien gesucht, die weniger Nebenwirkungen haben.
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Unsere Studie liefert ein wertvolles neues Modell, mit dem die Krankheitsmechanismen untersucht und neue Therapieoptionen bei Zwangsstörungen getestet werden können, so Schuh.