Aus Liebe zu Gott: Als Lord Shiva und Göttin Kali Streichholzschachteln schmückten

Gautam Hemmady stellt seine Streichholzschachtelsammlung aus dem vorigen Jahrhundert aus, die Bilder von indischen Göttern und Göttinnen gedruckt hat.

Streichholzschachteln, Ausstellungen, Gods of India, Goddesses of India, Gautam HemmadyStreichholzschachteln aus Schweden trugen Etiketten der Hindu-Götter Vishnu, Thirumurthi, Laxmi, Gayatri, Durga, Ganesha, Lav-Kush sowie Krishna. (Quelle: Facebook/GautamHemmady)

Schon mal die hinduistischen Götter Shiva, Vishnu und Hanuman sowie die indischen Göttinnen Kali und Saraswati auf den Etiketten von Streichholzschachteln gesehen? Und das auch Streichholzschachteln aus Österreich, Schweden und Japan?



Als Streichholzschachteln kurz vor Beginn des vorigen Jahrhunderts zum ersten Mal in Indien auftauchten, hatten sie Etiketten in leuchtenden Farben mit Bildern, die sie für den durchschnittlichen Inder attraktiv machten.



Tausende von attraktiven Etiketten praktisch aller seither nach Indien importierten oder in Indien hergestellten Streichholzschachteln sind hier im India International Center ausgestellt und zeugen von einer reichen Geschichte von über einem Jahrhundert.



Schweden war der größte Hersteller von Streichholzschachteln, als sie anfingen, verrückt zu werden, erklärte Gautam Hemmady, 59, ein Architekt von Beruf, der im Januar 2012 mit dem Sammeln von Streichholzschachtel-Etiketten begann und jetzt auf einem riesigen Stapel von Streichholzschachteln sitzt.

Ihm zufolge beherrschte Schweden zusammen mit Österreich und Japan die Technologie der Streichholzschachtelherstellung, und Indien sei ein attraktiver Markt, da die Nachfrage riesig, aber die Produktion gleich null war.



Einer der ersten Importeure von Streichholzschachteln aus Österreich war die indische Firma A.M. Essbhoy von Kalkutta, jetzt Kolkata.



Die frühesten Streichholzschachteln kosteten laut Hemmady ungefähr eine Paisa. Viele hatten nicht-religiöse Etiketten wie eine Uhr, drei Tiger, einen Kuhkopf, einen Elefanten, zwei Hirsche, eine Axt, eine Schere, eine Lampe, ein Pferd, ein Flugzeug, eine Teetasse und einen Schlüssel.

Doch irgendwann entschieden die Firmen in Schweden, Österreich und Japan, dass man die indischen Käufer besser mit religiösen Motiven umwerben kann.



kleine Palmen zu verkaufen

So trugen Streichholzschachteln aus Schweden Etiketten der – damals meist unterschiedlichen Schreibweisen – der Hindu-Götter Vishnu, Thirumurthi, Laxmi, Gayatri, Durga, Ganesha, Lav-Kush sowie Krishna auf einem Baum, der die Kleidung badender Gopis besaß.



Die Etiketten japanischer Streichholzschachteln schmückten Brahma, Vishnu, Shiva (mit japanischen Merkmalen) und Kali.

Nicht zu vergessen, österreichische Streichholzschachteln haben sich die Labels o’ ‘Hunoom’n’ (Hanuman) und Gaja Lakshmi einfallen lassen.



Als die Streichholzschachteln in Indien hergestellt wurden, vervielfachten sich die religiösen Etiketten einfach. Nun waren da Krishna und Radha, ein hinduistischer heiliger Mann, Nataraja, Shiv Ling, Nandi, Durga, Shiva und Ganesha, Baby Krishna und mehr.



Als die Unabhängigkeitsbewegung an Fahrt gewann, entwickelten indische Hersteller Labels für „Nationalität“: Ashoka Pillar, Chakra, eine Karte des ungeteilten Indiens und mit Slogans wie „Dawn of Independence“, „Free India“ und „Jai Hind“.

Es gab auch Labels von Mahatma Gandhi, Netaji Subhas Chandra Bose, Shivaji, Bhagat Singh, Gopal Krishna Gokhale und Nehruji. Einige davon wurden übrigens in Japan hergestellt.



Matchbox-Etiketten kamen auch mit handgezeichneten Bildern der Maharajas von Mysore, Baroda, Travancore, Gwalior, Kashmir und Jammu, Alwar, Bikaner, Dhar, Indore, Jaipur und Patiala.



Dann gab es eine Serie „Glimpse of India“ (aus Österreich) – mit den wichtigsten Denkmälern – und „heiligen Orten“ im ganzen Land. Red Fort und Agra Fort waren ebenfalls prominente Labels.

Nach der Unabhängigkeit begann die indische Regierung, Streichholzschachteln zu verwenden, um die Botschaft der Familienplanung und der Bedeutung des Sparens zu verbreiten. Auch private Firmen empfanden die Streichholzschachteln als günstige Möglichkeit, ihre Produkte zu bewerben.

Hemmady wollte schon im Alter von acht Jahren Streichholzschachtel-Etiketten sammeln. Doch der Prozess begann erst 2012, als er beschloss, einige bestehende Kollektionen zu kaufen – und dann darauf aufzubauen.

Heute hat er rund 25.000 Etiketten, Hüllen und Kartons aus der Streichholzschachtelindustrie und dies ist seine erste Ausstellung. Es endet am Freitag.

Was für einen Busch habe ich?

Warum sind die heutigen Streichholzschachteln in Indien so eintönig?

Hemmady ist der Meinung, dass indische Hersteller – die Branche ist jetzt fast vollständig in Tamil Nadu ansässig – nicht besonders auf farbenfrohe Designs achten, die Geld kosten und die meisten Streichholzschachteln nur für eine Rupie verkauft werden.

Aber die exportierten Streichholzschachteln (aus Indien) seien anders und sehr ansprechend, sagt er.