Kultur, nicht Gene, prägt unseren Musikgeschmack

Jahrzehntelang haben Neurowissenschaftler darüber nachgedacht, ob die Musikpräferenz irgendwie in unserem Gehirn fest verankert ist.

Musik 759Musikgeschmack unterscheidet sich von Kultur zu Kultur. (Datei)

Vielleicht möchten Sie Ihrer Kultur die Schuld geben, wenn Ihr Musikgeschmack seltsam ist, schlägt eine neue Studie vor.



In westlichen Musikstilen, von Klassik bis Pop, gelten einige Tonkombinationen im Allgemeinen als angenehmer als andere. Für die meisten unserer Ohren klingt beispielsweise ein Akkord von C und G viel angenehmer als die knirschende Kombination von C und Fis, die historisch als der Teufel der Musik bekannt ist.



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Jahrzehntelang haben Neurowissenschaftler darüber nachgedacht, ob diese Präferenz irgendwie in unserem Gehirn verankert ist. Eine neue Studie des MIT und der Brandeis University legt nahe, dass die Antwort nein lautet.



In einer Studie mit mehr als 100 Menschen, die einem abgelegenen amazonischen Stamm angehörten, der wenig oder gar keinen Kontakt mit westlicher Musik hatte, fanden die Forscher heraus, dass dissonante Akkorde wie die Kombination von C und Fis genauso sympathisch bewertet wurden wie Konsonantenakkorde, die einfache ganzzahlige Verhältnisse zwischen den akustischen Frequenzen der beiden Noten.

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Diese Studie legt nahe, dass Präferenzen für Konsonanz gegenüber Dissonanz von der Exposition gegenüber der westlichen Musikkultur abhängen und dass die Präferenz nicht angeboren ist, sagte der Forscher Josh McDermott vom MIT.



Die Studie erscheint in Nature.