Laut Unesco sollte die Werft von Valongo denselben Platz in der Geschichte einnehmen wie Hiroshima und Auschwitz. (Quelle: Wikimedia Commons) Ein Kai in Rio de Janeiro, an dem im Laufe der Geschichte schätzungsweise fast eine Million afrikanischer Sklaven gelandet sind, wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, berichteten die Medien am Montag.
Die 1779 erbaute Valongo-Kai war drei Jahrhunderte lang in Betrieb und wurde zum größten Zugangspunkt für afrikanische Sklaven in Brasilien, berichtet die BBC. Überreste des Kais wurden 2011 zufällig entdeckt, als ein Ehepaar bei Renovierungsarbeiten in seinem Haus auf ein Massengrab mit Knochen und Schädeln stieß.
Laut Unesco sollte die Werft von Valongo denselben Platz in der Geschichte einnehmen wie Hiroshima und Auschwitz, um uns an jene Teile der Menschheitsgeschichte zu erinnern, die nicht vergessen werden dürfen.
Brasilien war das Hauptziel für afrikanische Sklaven in Amerika. Nach der langen Reise über den Atlantik wurden abgemagerte afrikanische Gefangene im Kaibereich gehalten, um sich zu erholen und zuzunehmen, damit sie auf Sklavenmärkten weiterverkauft werden konnten, berichtete die BBC.
Ein paar Blocks vom Kai entfernt befindet sich ein Friedhof, auf dem zwischen 1770 und 1830 Tausende von Sklaven begraben wurden. Der Sklavenhandel in Brasilien wurde 1831 verboten, nachdem Brasilien seine Unabhängigkeit von Portugal erklärt hatte. Aber es ging illegal weiter, bis die Sklaverei 1888 abgeschafft wurde.
Rund vier Millionen Sklaven arbeiteten vom 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts auf Plantagen und Hausangestellten. Das entspricht 40 % der nach Amerika gebrachten Sklaven.
Bilder von Holzapfelbaumblüten
Nachdem Brasilien 1889 zur Republik erklärt wurde, wurde das Gelände von Valongo als Deponie genutzt und schließlich ein Platz über dem Kai gebaut.