Laut einer neuen Studie können Mobiltelefondaten Wissenschaftlern dabei helfen, abzubilden, wie menschliche Reisemuster zur Verbreitung der Malaria beitragen.
Forscher haben Daten von 15 Millionen Menschen in Kenia verwendet, um die Ausbreitung der Malaria mit detaillierten Informationen über die regionale Häufigkeit der Krankheit zu kartieren.
Dies ist das erste Mal, dass eine so große Menge an Handydaten – von Millionen von Personen im Laufe eines Jahres – zusammen mit detaillierten Daten zu Infektionskrankheiten verwendet wird, um die menschliche Mobilität zu messen und zu verstehen, wie sich eine Krankheit ausbreitet, Professor Caroline Buckee, Harvard School of Public Health und Hauptautorin der Studie, sagte.
Da Kenia beginnt, die Malariaübertragung in einigen Gebieten erfolgreich zu reduzieren, in anderen jedoch nicht, wird die Handy-Kartierung der menschlichen Bewegung zwischen Hoch- und Niedrigrisikoregionen zu einem wertvollen Planungsinstrument, Professor Bob Snow, KEMRI-University of Oxford-Wellcome Trust Collaborative Program genannt.
Zwischen Juni 2008 und Juni 2009 ordneten die Forscher jeden Anruf oder jede SMS von jedem der 14.816.521 kenianischen Mobilfunkteilnehmer einem von 11.920 Mobilfunkmasten in 692 verschiedenen Siedlungen zu.
Jedes Mal, wenn eine Person ihre Hauptniederlassung verließ, wurden das Ziel und die Dauer jeder Fahrt berechnet.
Anhand einer Malaria-Prävalenzkarte, um die Prävalenz der Krankheit an jedem untersuchten Ort abzuschätzen, schlossen die Forscher die Infektionswahrscheinlichkeit jedes Bewohners und die tägliche Wahrscheinlichkeit, mit der Besucher bestimmter Gebiete infiziert würden.
Um die potenzielle Ausbreitung der Malaria einzuschätzen, sei es wichtig, nicht nur Informationen über den Standort der Mücken, die den Malariaparasiten übertragen, zu berücksichtigen, sondern auch das Verhalten der möglicherweise infizierten Menschen, erklärte Buckee.
Da viele Infizierte keine Symptome hätten, könnten sie den Parasiten unbeabsichtigt auf ihren Reisen tragen und Hunderte andere anstecken, sagte er.
Die Studie ermöglichte es den Forschern, eine Karte der Parasitenbewegungen zwischen „Quellen“-Gebieten, die hauptsächlich Krankheiten aussenden, und „Senken“-Gebieten zu erstellen, von denen hauptsächlich Krankheiten ausgehen.
Malaria tötet jedes Jahr etwa 1 Million Menschen und bedroht weltweit 40 Millionen. Von den Betroffenen sind 95 Prozent Kinder unter fünf Jahren in Afrika südlich der Sahara, heißt es in dem Bericht.
Die Studie wurde in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.