(Rechts) Le Corbusier mit Nehru; als kleiner Junge mit der Familie Seine ikonischen Gebäude prägen Stadtlandschaften auf der ganzen Welt, aber Le Corbusier interessierte sich nicht nur für Ziegel und Mörtel. Auch er war begeistert von der Kamera. Und obwohl er angeblich sagte, dass er keine Tugend darin sah, Fotos zu machen, besaß er selbst mehr als ein paar Kameras und nutzte das Medium oft, um seine Interessen zu fördern. Es war sowohl ein Mittel zum Aufzeichnen als auch ein Werkzeug zum Experimentieren mit der Form. Er war auch einer der ersten Architekten, der verstanden hat, wie Massenmedien zur Verbreitung seiner Ideen beitragen können, sagt Sophie Vantieghem, stellvertretende Kuratorin des Museums der Schönen Künste La Chaux-de-Fonds. Sie hat über 100 Fotografien von Le Corbusier zusammengestellt, von dem jungen Charles-Edouard (sein Geburtsname), der 1889 mit Bruder Albert und ihren Eltern saß, bis hin zu denen, auf denen er mit seinen markanten Gebäuden steht, von einem Wolkenkratzer mit „Brise-Soleil“ in Algier an das Chandigarh High Court.
Le Corbusier ist nicht nur der Architekt, der Städte gebaut hat, sondern auch ein scharfes Motiv für die Kamera, gesehen in privaten und öffentlichen Momenten. Unter dem Titel Le Corbusier: Mastering the Image kategorisiert die Ausstellung in der Schweizer Botschaft in Delhi verschiedene Aspekte seiner Persönlichkeit, um Einblicke in sein Leben zu geben. In der Rubrik Privatleben sehen wir ihn und seine Familie, von seiner Frau Yvonne Gallis in ihrer Pariser Wohnung bis hin zu ihm und seinem Bruder mit ihrer Mutter in ihrer Villa in der Schweiz. In der Sektion In der Gesellschaft geht Corbusier mit Albert Einstein in Princeton spazieren, er ist 1949 mit Pablo Picasso auf der Baustelle der Marseille Housing Unit in Frankreich und diskutiert mit Jawaharlal Nehru in den 1950er Jahren einen Bauplan. Er ist an seinen Arbeitsplätzen in Places for Creation zu sehen, die von seinem Malatelier in Paris bis zu seinem Ferienhaus in Roquebrune-Cap-Martin, Frankreich, reichen. Im Gegensatz zur geschäftigen Atmosphäre von Atelier und Büro erscheint das Zuhause als Rückzugsort, der Behaglichkeit und Wohlbefinden bietet, sowohl zur Besinnung als auch zum geselligen Zusammensein unter Freunden, heißt es im Ausstellungskatalog.
Auch von seinem Werk gibt es Fotografien – unter anderem mit einem Modell der Villa Savoye in New York (1935) zur Baustelle des Dominikanerklosters bei Lyon und mit dem Modell des Bhakra-Staudamms. Er beschloss, sein Privatleben vor der Kontrolle von außen zu schützen und ließ sich nur selten in der Privatsphäre seiner Freizeitaktivitäten oder seiner Arbeit fotografieren. Er war sich seiner Umgebung sehr bewusst, wie und von wem er fotografiert wurde, sagt Vantieghem. Dies ist auf den Fotos ersichtlich. Zum Beispiel wird seine ikonische Brille mit seinen persönlichen Gegenständen auf der Terrasse der Vila Savoye auf einen Tisch gestellt und bei einem anderen Fotografen wird sein Auto, ein Voisin, strategisch vor der Villa Stein-de-Monzie Garches in Vaucresson in Frankreich geparkt.
Die wahren Offenbarungen sind jedoch seine Kunstwerke und von ihm aufgenommene Fotografien, die jahrelang nicht entwickelt wurden. Die Arbeiten auf Leinwand und Papier sind vom Purismus geprägt, der eine vereinfachte figurative Malweise bedeutet. Es gibt Fotografien und Skizzen der SS Conte Biancamano während einer Seereise von Brasilien nach Frankreich 1936, des Strandes von Le Piquey und eine Karikatur für den Wandteppich Marie Cuttoli (1936).
Aus einer aufwändigeren Wanderausstellung kuratiert, wurden Segmente für die Indien-Etappe eingeführt. Ram Rahman fotografiert das Carpenter Center am Interstate Bus Terminus in Delhi und Cemal Emden hat ein Bild der Mill Owner’s Association in Ahmedabad, aber der Fokus liegt auf Chandigarh, Indiens erster moderner Stadt, die von Corbusier gebaut wurde. Während vor Ort Fotografien aus den 1950er Jahren zu sehen sind, gibt es auch neuere Bilder der Stadt und ihrer Bewohner aus den 1990er Jahren von Diwan Manna. Stephane Couturier kombiniert Elemente aus den Möbeln, Gemälden und Wandteppichen der Architekten und überlagert sie mit seinen Gebäuden, darunter dem High Court und dem Sekretariat in Chandigarh. Diese seien damals und heute wichtig, sagt Vantieghem.